Junioren WM Trakai 2025

/ August 16, 2025

Nach einer erfolgreichen Europameisterschaft in Kruszwica durften Paul und Clara vergangene Woche bei der Junioren Weltmeisterschaft ebenso um die Medaillen kämpfen.

Nach geglückter Anreise von Boot und Mannschaft am Sonntag, wurde gleich die Hauptstadt Vilnius unsicher gemacht und die ein oder andere Schokomilch vernichtet, doch der Plan war klar: Am Donnerstag sollte es in den Vorläufen des Raketenzweiers von Clara und Esther (DOW) um den Einzug ins Semifinale gehen und beim Achter mit Paul und seiner, nach laktazidem Vollversagen ächzenden Mannschaft (so gut wie alle anderen Vereine Österreichs) bereits um den Finaleinzug gehen.

So weit so gut. Montag und Dienstag wurden noch fleißig zum Trainieren genutzt und es konnte noch der letzte Feinschliff an Rudertechnik und Material gemacht werden (wortwörtlich, denn es wurde auch fleißig poliert und teilweise sogar dreifach „World Rowing“ Sticker aufgeklebt). Am Mittwoch wurde mit einigen, knackigen Steigerungen noch die Ruhe vor dem Sturm genossen und zuletzt sehr, sehr (wirklich sehr) viel Carb-Loading betrieben.

Höchste Anspannung – der erste Renntag ist da. Gleich um 10:30 machten Clara und ihre Partnerin Esther das Feld unsicher und konnten nach sehr schnellen 750m und etwas weniger schnellen 1250m einen fixen Platz für das Semifinale sichern (nach eher wenigen Überlegungen wurde entschieden, so eine Taktik zu fahren, da schlicht kein volles Rennen notwendig war). Bei Paul im Achter war so eine Herangehensweise leider nicht möglich, hier ging es vom Start weg um die Wurst – ein sehr starkes Feld von großen Rudernationen und keiner wollte sich den Finaleinzug nehmen lassen. Nach einem harten Kampf konnte sich dann zuletzt doch das tschechische Boot voranschieben und so verpasste der österreichische Achter um nur vier Sekunden das A-Finale. Damit ergab sich aber auch ein noch klareres Ziel: Wir müssen die USA im B-Finale schlagen.

Am Freitag wurde dann bei Maria Hausers (WLI) Viertelfinale mitgefiebert und angefeuert – das facht natürlich das Feuer für die anstehenden Rennen noch mehr an. Bei den beiden Damen im Zweier ging es wieder ans Carb-Loading und vor allem um guten Schlaf vor dem Semifinale.

Samstag, oder auch Semifinaltag – Clara und Esther mehr als bereit – konnten es kaum erwarten aufs Wasser zu gehen. Durch den recht späten Start um 13:05 war noch genug Zeit, sich vor dem Rennen der restlichen aufgenommenen Nahrung zu entledigen und es konnte losgehen. Alle bisherige Arbeit hat die beiden auf diesen Moment vorbereitet. Viel Nervosität konnte endlich in kraftvolle Schläge verwandelt werden und nach einem souveränen ersten 1000er sah das Feld noch recht eng aus – wider Erwarten war Usbekistan ein sehr starkes Boot und auch Frankreich und Kanada konnten einen kleinen Vorsprung errudern. Nach einem brutalen letzten 500er und (für uns Glück) Unglück der Französinnen konnten sich die beiden auf Platz 3 den Startplatz im A-Finale sichern. Verdammt spannend!

Nun denn, Sonntag ist gekommen und unsere beiden Sportler und Trainer kamen ein letztes Mal mit dem Shuttle aus Vilnius zur Regattastrecke in Trakai und das mit einem klaren Ziel: Das beste Rennen ihres Lebens abzuliefern. Start war bei Paul um 9:50 und bei Clara um 10:00, also das letzte und spannendste B-Finale, sowie das erste A-Finale des Tages. Der Plan im Achter war klar: Fly and Die. Einfach rausstarten bis wir vorne sind und dann die Position halten. Gesagt – getan – B-Finale gewonnen. Spaß beiseite, das war ein grandioses Rennen der ganzen Mannschaft und dieses Ergebnis kann sich wirklich sehen lassen, die Gegner aus den USA und Kroatien hatten keine Chance unseren Achter zu besiegen.

Gleich danach starteten Clara und Esther im Zweier und lieferten sich vom Start Weg einen genialen Kampf mit dem kanadischen Boot – das Ziel war bis zur 1000 Meter Marke in deren Boot zu bleiben und dann auf der zweiten Rennhälfte vorbeizufahren. Die Kanadierinnen fuhren wie erwartet einen sehr schnellen Start und konnten sich ein wenig absetzen. Das Feld hielt sich dann so bis auf den letzten 500er. Wie bei unseren beiden Mädels üblich, wurde dann noch einmal so richtig beschleunigt und alles probiert. Nach diesem grandiosen Kampf konnten sich Clara und Esther den vierten Platz hinter Kanada sichern – ein wirklich starkes Rennen und großer Erfolg für die beiden.

Das (zweit)beste zum Schluss – ausgiebiges Feiern der letzten Monate voller Vorbereitung und der erbrachten Leistungen. Natürlich wurde rechtsgemäß kein Alkohol konsumiert und auch keine anderen Altersbeschränkungen im Land oder einzelnen Etablissements missachtet. Dennoch wurde mit anderen Nationen viel gequatscht, getanzt und mehr. Auch Mannschaftsintern gab es neue Kontakte zwischen unseren Sportlern.

Das heißt also zusammenfassend, es wurden einige starke Rennen gefahren, viele neue Erfahrungen gesammelt und auch noch kein Spaß ausgelassen.

Fotos: Pirat & Detlev Seyb/MyRowingPhoto.com