Was liegt näher, als an einem Feiertag (Pfingstmontag) den Tag auf dem Wasser zu verbringen. Der morgendlich Wasserstand von 480cm (am Vortag noch 575) motivierte dann zwar ein paar Piraten, überraschend zum Heimwerker zu mutieren, sich mit einem Darmvirus anzufreunden oder andere Gründe zu finden, um der wilden Donau auszuweichen, aber nicht so zwei unerschrockene, unverwüstliche, unwiderstehliche Virtuosen an den Skulls.

Martin Latzenhofer und Thomas Burtscher stürzten sich mit einem Zweier in den tosenden Donaustrom, drehten den Bug Richtung Süden und pflügten durch das von unzähligen Wirbeln aufgewühlte Wasser zum Donaukanal.

Pegel 450

Dort schaften die beiden die bislang unbemerkte Sensation der Saison: Die Siegerzeit des wienerachters konnte im Doppelzweier egalisiert werden!

Das gelang noch dazu schon auf halber Strecke. Martin und Thomas mussten gar nicht mehr die Urania erreichen, denn schon auf Höhe der Rossauer Kaserne wurde die Zeit von 14:28 erreicht.

Der Rest des Donaukanals verlief unspektakulär, inklusive Begegnung mit dem Twin-City-Liner, 200m vor der Ausfahrt in die Donau.

Nächstes Ziel: Ein gepflegtes Mittagessen in Orth.

Die Rückfahrt verlief dann über Alternativrouten durch die Au. Der Logbucheintrag lautet: Große Binn – Donau – Schönauer Arm – Donau – Schwechat.

Der Wasserstand zu Mittag betrug 450cm.

Bei diesem Pegel ist die große Binn problemlos zu berudern. Der Schönauer Arm, der bei normalem Wasserstand nicht befahrbar ist, kann mit 2 Brücken aufwarten, durch die der gesamte Durchfluss durchgepresst wird. Speziell die untere Brücke ist eigentlich unpassierbar: Strömungsgeschwindigkeit ca. 15km/h, ein „Berg“ von einem halben Meter und ein Schwall wie aus dem Bilderbuch fordern Alles von denen, die „eigentlich unpassierbar“ mit „probieren wir´s halt“ übersetzten. Und so wurde wieder einmal Unmögliches möglich gemacht.

Bei 450cm ist auch die Ausfahrt in die Donau noch ohne Übertragen möglich.

Pegel 450

Na und dann waren da noch 4km im ablaufenden Hochwasser stromauf: Ein Honiglecken sieht anders aus.

Zum Abschluss gab´s 7km in der Schwechat stromauf. Die ersten 3km waren ruhig im Rückstau der Donau. Aber dann wurde am real-life-Ruderergometer von unsichtbarer Hand die Watt-Zahl stetig erhöht. Bei km 7 war endgültig Schluss mit lustig und die Fahrt zu Ende.

Pegel 450

Die Schwechat ist auch noch bei niedrigerem Wasserstand befahrbar (ca. 400cm), dann ist aber schon auf Schotterbänke, einzelne Steine und andere Hindernisse im Flussbett zu achten. Dafür ist bei geringerer Strömung noch 1km mehr, bis ins Stadtzentrum von Schwechat, möglich.

Wer mehr wissen will, fragt die Expeditionsteilnehmer.