wienereiner #1 - Am Anfang war der Mader

dandro | 1. September 2011

 

Die Idee:

Wie Sie, werte mitlesende Leidensgenießer und -genießerinnen, wohl selbst aus eigener Erfahrung wissen, hat unser aller liebster Rudersport nicht viel mit Fußball, und vielleicht noch weniger mit Skifahren zu tun – da brauchen wir uns gar nichts vormachen.

 

Die Präsenz unserer liebsten Freizeitbeschäftigung ist im öffentlichen Raum dementsprechend gleich null, und alle vier Jahre bei Olympia (in letzter Zeit aber leider auch nicht) vielleicht plus null. Wenn nicht Frau, Kind, Trainer, Mama und Papa an den Ufern der Regattastrecken des Landes stünden, müsste man Publikum zukaufen.

 

Wir sind uns wohl alle einig – dieser Zustand ist nicht zufriedenstellend!

Im Winter 2010 fassten einige Herrschaften den Entschluss, eine Regatta zu organisieren, die anders ist – eine Innenstadtregatta, wo Menschen, ob sie wollen oder nicht, zu Zusehern werden, wo Öffentlichkeit etwas erfährt , wo rudern cool, oder in, oder sehenswert ist, wo eine Regatta nicht nur Sportbewerb für ein paar Fanatiker, sondern Stadtevent für alle ist.

 

Vom geistigen Beschluss über die Akzeptanz im Verein und die Ängste des Ruderverbandes um das Leben der möglichen Teilnehmer bis zum Start der Nummer 1 aus der Schleuse Nussdorf vergingen rund eineinhalb Jahre – am 6. August 2011 kam er wider Erwarten vieler zur Austragung, der erste wienereiner.

 


 

Die Eckdaten:

Ort: Wien

Gewässer: Donaukanal

Start: Schleusenausfahrt Nussdorf

Ziel: Urania

Streckenlänge: 6.000m

Strömungsgeschwindigkeit: 6km/h

Bootsgattung: 1x

Schifffahrt: nein

Gefahr: nicht wirklich

Mission: Die Stadt errudern und gewinnen!

 


 

Die Regatta:

Über hundert Teilnehmer aus 13 Nationen trauten sich, oftmals als Späher für den Rest des Vereins (sog. Bauernopfer), manchmal, weil ihnen eh sowieso schon alles egal war, auf die Strecke.

 

Vermeintlicher Star des Bewerbs und höchstdotierter Starter war der Slowake und Vizeweltmeister 2010 im leichten Männereiner Lukas Babac. Er ging als letzter über die Strecke und konnte trotz wechselnder Windverhältnisse den zweiten Platz für sich beanspruchen – seine Zeit 17:35.

Sieger bei den Männern wurde Marko Milodanovic aus Kroatien/Österreich vom Ruderverein Austria in 17:29.

Der dritte Platz ging ebenfalls ins Ausland, Vanco Richard (SVK) brauchte 17:37min für die 6.000m.

Die Durchschnittsgeschwindigkeit des Siegers betrug 20,59km/h – dieses motivierte Tempo wünscht man sich sonst für Achter bei 2.000m Rennen.

 

Als bester Österreicher belegte Johannes Pilz vom WRC Pirat den vierten Platz (17:51min) - GRATULATION!

 

Bei den Damen konnte Verena Menschik, natürlich vom WRC Pirat, den Gesamtsieg davontragen – sie blieb unter der 20min-Grenze und verwies in 19:55min  Katja Endl von LIA (20:14) und Elke Goldbrunner (21:01) vom Straubinger Ruderclub auf die tiefer gelegenen Stockerlplätze. Ebenfalls - GRATULATION!

 

Der beliebteste Preis, v.a. beim Empfänger der Trophäe, „Perfect Average“, ging an jene Person, die der durchschnittlichsten Zeit aller Starter am nächsten kam. Die Zeit lag bei 20:46, der glückliche Preisträger heißt Thomas Blumenberg und kommt vom Ruderverein Nürnberg.

Wider Erwarten wurde glücklicherweise kein Boot und auch kein Teilnehmer zerstört, ein leicht missglücktes Anlegemanöver eines übermotivierten Ruderers war der einzige unfreiwillige Wasserkontakt des Tages. So schlimm ist es also gar nicht...

 


 

Das Echo:

Der wienereiner genoss durch die Unterstützung des Medienpartners ORF starke Präsenz in Radio und Fernsehen. Plakate und Transparente im öffentlichen Raum, Einträge in Eventkalendern von Stadt, Wien Tourismus uvm., Berichte und Reportagen in Standard, Falter, Krone, Kurier, Österreich, Heute, Bezirkszeitung – Rudern ist wieder im Gespräch, im positiven wohlgemerkt!

Presseclippings siehe unten!

Ja, und den Überlebenden der Regatta hat es, sofern man den Aussagen Glauben schenken kann, durchaus auch einigermaßen gefallen.

 


 

Der Dank:

Exakt 111 gezählte Piraten, alte und neue Freunde aus anderen Rudervereinen, zusätzlich externe Partner und Sponsoren. Von der Namensgebung über den Ankauf von Kabelbindern bis hin zum Tragen der Pontonflöße im Anzug - eine Menge Menschen hat zum für viele, aber nicht alle unerwartet sehr großen Erfolg beigetragen. Extra erwähnt wird keiner, die Liste findet man hier!

 


 

Der Ausblick:

2012 wird der wienereiner gleichzeitig mit den Olympischen Spielen stattfinden, und zwar am 4. August. Unter dem Motto, „Wenn schon nicht bei Olympia, dann zumindest was anderes Sinnvolles“ wird nicht nur das Skiffrennen, sondern auf Wunsch vieler am Folgetag der erste wienerachter ausgetragen – Riemen- und Mannschaftsruderer, wir freuen uns auf euer Antreten!

 

Ergebnisse und Fotos auf www.wienereiner.at

Fragen, An- und Erregungen an info@wienereiner.at

 

Allen, die an den Kampf gegen Windmühlen und das Undenkbare glaubten, aber auch all jenen, die sie für größenwahnsinnig hielten und gerade aufgrund ihres Nichtglaubens vielleicht den einen oder anderen Extraantrieb gaben, dankt das Dreigestirn

Kathi Schendl, Claudia Cavallar und dandro!


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