Bratislava x 2

dandro | 26. Dezember 2010

 

Regen, Sonne, Nebel, Dampf auf der Donau, Schneefall, zweistellige Minusgrade, Weststurm, Oststurm - was man nicht alles erleben kann im Dezember auf dem Weg von Wien nach Bratislava.

 

Einmal sechs, dann fünf Herrschaften kamen Ende des Jahres zu dem hochintelligenten Schluss, dass es wahrscheinlich schneller und besser ist, mit dem Boot zum Adventmarkt nach Bratislava zu rudern, als beim Wiener Christkindlmarkt stundenlang Parkplatz zu suchen.

 

Fahrt 1 - 5.12.

Fahrt 1 war geprägt von Prachtwetter und Wintermärchenlandschaft. Abfahrt in Wien bei leichten Minustemperaturen, bei der Ankunft in Preßburg hatten nicht nur das Quecksilber in den Thermometern, sondern auch gewisse Körperteile ungeahnte Dimensionen des Rückzugs angetreten. Interessant auch, dass es möglich sein kann, einen Finger warm und den danebenliegenden gefühlslos zu empfinden.

 

Der Steg bei unseren - man kann es mittlerweile auch Ost-Dependace nennen - Freunden des ansässigen Ruderclubs war dick vereist, dafür aber schief, eine für die darauf befindlichen Menschen eher unästhetische Voraussetzung, irgendwie vorankommen zu wollen.

 

Die geplante Stromauffahrt am Folgetag konnte nicht aufgrund der belebenden -17°C, sondern wegen Nullsicht und Südsturm nicht durchgeführt werden. Man wusste sich aber auch anders über den Tag zu rettem, beispielsweise mit Klomuscheln.

 

 

Fahrt 2 - 12.12.

Das Wort "Sauwetter" wäre am Morgen der zweiten Fahrt eine Liebkosung für die herrschenden Bedingungen gewesen. Zwei Plusgrade und Regen, die ganze Mannschaft aufgrund unterschiedlicher Festaktivitäten am Vortag schwer angeschlagen und sich teilweise nicht spürend - letzterer Zustand war wiederum von Vorteil.

 

Belebter Mitwind, erhöhter Wasserstand , Musik an Bord, zwei Sonnenschirme (später nur mehr einer) und dann auch Sicht auf den dazu passenden Himmelskörper machten die Ausfahrt zu einem äußerst lohnenden Zeitvertreib. Vielleicht trüben auch die später konsumierten Heißgetränke die Erinnerung - aber egal auch.

 

 

 

Was man lernte:

 

  • Bei den Pogies (diesen Überhandschuhen) zieht es seitlich rein und die kleinen Finger frieren ein, wenn es sehr kalt ist. Wenn Sie nur große Finger haben - Glück gehabt.

 

  • Der Punsch in Bratislava sollte nie auf nüchternen Magen getrunken werden. Auch nicht drei oder vier - glauben Sie den Überlebenden.

 

  • Man darf im Zug eine Schwimmweste tragen, der Schaffner verlangt es aber nicht.

 

  • Es kann passieren, dass man im Donaukanal auf Eisberge aufpassen muss, nämlich dann, wenn die Wiener Schneeräumung arbeitet und die weiße Pracht über LKW-Ladeflächen im Wasser versenkt.

 

  • Es ist möglich, aber nicht notwendig, irgendwann ins Wasser zu steigen.

 

  • Der "Foat's zuwe!" Twincityliner fährt auch im Winter.

 

  • Wenn der Steuermann "Back ins Wasser greifen!" schreit, dann soll man das auch tun.

 

 

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